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Kurzkrimi: Computer (2)

Er beendete seine karge Mahlzeit und spazierte ebenfalls in Richtung Schrottplatz. Der Lieferwagen hatte es wirklich sehr eilig! Man konnte sich ja mal umsehen.
Tatsächlich sah er den Wagen des Computerhändlers wieder. Er war wirklich zum Schrottplatz gefahren und stand nun vor einem Holzschuppen. Ein junger Mann lud Kisten aus und schleppte sie in das Gebäude. Sonst war niemand zu sehen. Brammer lenkte seine Schritte wieder stadteinwärts.
"Sogar Schrotthändler benutzen heutzutage dieses Computerzeug. Nun ja, es ist ja nicht verboten.", überlegte er mit einem Hauch von Resignation, "nur überflüssig."

Als Kommissar Brammer wieder in seinem Büro ankam, war es bereits Nachmittag. Als er eintrat, sprang Dellinger von seinem Stuhl hoch und stieß aufgeregt:
"Es gibt Arbeit." hervor.
"So so. Was liegt denn an?" fragte Brammer mit ruhiger Stimme. Seine Wut war verflogen, er dachte nicht mehr an den Brief von heute morgen.
"Man hat 35 Laptops aus dem Lager eines Computerhändlers geraubt. In der Mittagspause.
"Was für Dinger hat man geklaut?"
"Laptops, das sind tragbare...äh...Computer."
Dellinger wand sich wie ein Aal, zu gern hätte er dieses Reizwort vermieden. Er atmete auf, als die erwartete Reaktion ausblieb und von Brammer nur ein "Aha, Computer." kam.

"Ja, alle 35 Laptops waren für einen Kunden bestimmt, sie sollten heute nachmittag ausgeliefert werden. In der Mittagspause wurde die Tür zum Lager aufgebrochen und die ...äh...Computer wurden gestohlen. Wir haben Spuren gesichert und uns die Liste der Mitarbeiter geben lassen."
"Kann ich diese Liste mal sehen?"
Dellinger reichte ihm ein Stück Papier, Brammer sah es aufmerksam durch.
"Sieh mal einer an!" entfuhr es ihm.
"Haben Sie eine Spur?" fragte Dellinger ungläubig.
"Nicht nur eine Spur, ich habe die Computer. Zumindest weiß ich, wo sie sind."
"Was?" Dellinger riß Augen und Mund auf. Er hatte ja schon viel von Brammer gesehen, aber das grenzte an Hellseherei.
"Ganz einfach, als ich heute morgen durch die Stadt ging, sah ich einen Lieferwagen des bestohlenen Händlers zu dem Schrottplatz von Herrn Strondheim fahren. Der Fahrer hatte es ausgesprochen eilig. Er packte Kisten vom Wagen. Das allein heißt ja noch nicht viel. Aber nun lese ich auf dieser Liste den Namen von Strondheims Sohn. Er arbeitet als Aushilfe in dem Laden. Da konnte er natürlich wissen, daß eine große Lieferung teurer Computer im Lager stand und er wußte auch, daß zur Mittagszeit alle Mitarbeiter zum Essen gingen. Kein Problem für ihn, die Tür aufzubrechen und die teure Technik zu klauen."

Dellinger stand da und rührte sich nicht.
"Na los, nehmen Sie ein paar Uniformierte und fahren Sie zum Schrottplatz, in dem kleinen Schuppen neben dem Hauptgebäude befindet sich das Diebesgut.
Und nehmen Sie den Sohn fest. Das schaffen Sie sicher allein, ich machen heute früher Feierabend. Ich finde, ich habe mich für einen Tag genug mit Computern beschäftigt."

Als Brammer auf der Straße dem davonfahrenden Dellinger nachsah, konnte man etwas beobachten, was nur sehr selten vorkam: Brammer lächelte!

(c) Bernd Walf

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